{"id":46,"date":"2018-09-27T14:37:57","date_gmt":"2018-09-27T12:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/logic-joe.com\/blog\/?p=46"},"modified":"2019-07-17T14:07:38","modified_gmt":"2019-07-17T12:07:38","slug":"konfetti-und-feenstaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/konfetti-und-feenstaub\/","title":{"rendered":"Konfetti und Feenstaub"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"tertiary-headline has-lines\"><span class=\"line\">Unternehmen wollen belogen werden<span class=\"emphasised\">\/<\/span><\/span><span>oder der schmerzhafte Weg zur richtigen Agentur<\/span><\/h2>\n<p>Wenn es im Pitch ums Ganze geht, dann hauen die verantwortlichen Agenturmanager bei Kundenpr\u00e4sentationen gern mal so richtig auf den Putz. Was folgt, ist oft Unzufriedenheit &#8211; und zwar auf Kunden- und auf Agenturseite, weil die hohen Erwartungen eben nicht erf\u00fcllt wurden. Aus Sicht von Oliver Zils steckt der Fehler im System. In seinem Gastbeitrag f\u00fcr HORIZONT Online erkl\u00e4rt der\u00a0 Managing Director von Logic Joe, warum der klassische Agenturpitch nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist.<\/p>\n<p>Immer wieder wird \u00fcber Pitch-Kultur und zu wenig Wertsch\u00e4tzung von Agenturarbeit diskutiert. Denn viele Unternehmen lassen pitchen, weil es ihnen selbst an Visionen, Zielen und guten Ideen fehlt. Von der potentiellen Agentur erwarten sie dann neben einer ausgekl\u00fcgelten Strategie vor allem ein Feuerwerk an Kreativit\u00e4t inklusive innovativer Tools und L\u00f6sungen. Ganz nach dem Credo: \u201cDie m\u00fcssen jetzt richtig was zeigen, das muss knallen!\u201c Und weil es f\u00fcr Agenturen immer schwieriger wird, diese hohen Anforderungen zu erf\u00fcllen, wird in vielen Pitches gelogen, dass sich die Balken biegen. Beeindruckt wird mit viel Brimborium und Oberfl\u00e4chlichkeit anstatt mit fundiertem Fachwissen und zukunftstr\u00e4chtigen Konzepten.<\/p>\n<h2 class=\"tertiary-headline has-lines\"><span class=\"line\">Wollen Unternehmen belogen werden<span class=\"emphasised\">\/<\/span><\/span><span><\/span><\/h2>\n<p>Ja wollen sie, sie nehmen diesen Umstand sogar wissentlich in Kauf. Das geht sogar so weit, dass Marketing- und Digital-Manager ihre Pitch-Entscheidung aus dem Bauch heraus f\u00e4llen, obwohl sie es eigentlich besser wissen m\u00fcssten. Das hat uns auch k\u00fcrzlich eine F\u00fchrungskraft eines gro\u00dfen deutschen Unternehmens best\u00e4tigt: \u201eDas Konzept war so genial und wurde so toll pr\u00e4sentiert, also zu sch\u00f6n um wahr zu sein! Und obwohl ich wusste, dass es wahrscheinlich so nie umsetzbar ist, hat es mich gekriegt und ich habe mich ein bisschen darin verliebt. Leider wurde es dann nie realisiert!\u201d<\/p>\n<h2 class=\"tertiary-headline has-lines\"><span class=\"line\">Konfetti und Feenstaub<span class=\"emphasised\">\/<\/span><\/span><span>gefragt wie nie zuvor<\/span><\/h2>\n<p>Wortw\u00f6rtlich haben wir das schon erlebt: \u201eIhre Pr\u00e4sentation hat uns in vielen Punkten \u00fcberzeugt. Aber es hat etwas Feenstaub gefehlt. Wir h\u00e4tten uns ein wenig mehr Konfetti versprochen\u201c, so das Kundenfeedback nach einem Pitch. Gewonnen hat dann ein Wettbewerber, der so richtig auf den Putz gehauen und mit den tollsten Features imponiert hat.<\/p>\n<p>Der Feenstaub ist ein bl\u00e4ulich glitzerndes Pulver welches man in diversen Esoterik-shops erh\u00e4lt und womit man jedes kleine Wunder zustande bekommen kann.<\/p>\n<p>Demnach verwundert es nicht, dass Projekte, die so gewonnen werden, am Ende oft nicht halten, was im Pitch versprochen wurde. Der Alltag sieht n\u00e4mlich meist ganz anders aus: Die Stars, die die Pr\u00e4sentation gerockt haben, sind oft l\u00e4ngst mit neuen Projekten besch\u00e4ftigt, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer l\u00e4sst sich nicht mehr blicken und der Projektmanager kommt mit einer Nachforderung nach der anderen ums Eck. Auf Auftraggeberseite macht sich zunehmend Unmut breit, aber die Entscheidung ist nun mal gefallen und mitten im Relaunch nicht umkehrbar. Das kostet Nerven und verschlingt Budgets.<\/p>\n<h2 class=\"tertiary-headline has-lines\"><span class=\"line\">Sind Pitches \u00fcberhaupt noch zeitgem\u00e4\u00df<span class=\"emphasised\">\/<\/span><\/span><span><\/span><\/h2>\n<p>Und dann, wenn das Projekt mit Schmerzen und hohem Frustrationsgrad endlich abgeschlossen ist, kommt die Einsicht. W\u00e4re es nicht doch besser gewesen, einen Agenturpartner f\u00fcr eine langfristige, zukunftsf\u00e4hige Zusammenarbeit zu finden? Und ist daf\u00fcr ein Pitch \u00fcberhaupt das richtige Mittel f\u00fcr einen qualifizierten Auswahlprozess? Denn insbesondere digitale Vorhaben erfordern aufgrund ihrer komplexen Aufgabenstellungen mehr Zeit und Entwicklungsstufen sowie eine enge Zusammenarbeit auf Augenh\u00f6he mit dem Kunden. Das kann ein Pitch in wenigen Wochen eigentlich gar nicht leisten. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Unternehmen sollten sich bei der Auswahl der richtigen Agentur mehr Zeit nehmen und sich nicht blenden lassen von hochpolierten Pr\u00e4sentationen.<\/p>\n<p>Und genau dann kommen pl\u00f6tzlich die echten Qualit\u00e4tsagenturen wieder ins Gespr\u00e4ch. Diese werden nicht mehr zum Pitch, sondern zu Screenings, einem zwanglosen Kennenlernen oder zu Chemistry Meetings eingeladen. Und selbst wenn dann g\u00e4nzlich \u201eunsexy\u201c Dinge gezeigt werden, etwa transparente Prozesse, saubere Dokumentation sowie verl\u00e4ssliche, nachvollziehbare und realistische Projektpl\u00e4ne, ist der Kunde begeistert. Und das, obwohl aller Feenstaub verpufft und das Konfetti g\u00e4nzlich zusammengekehrt ist. Willkommen in der Realit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum klassische Agenturpitches vermieden werden sollten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":512,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":530,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46\/revisions\/530"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.logic-joe.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}