Strukturiert heute bedeutet KI-fähig morgen/
Systeme wachsen über die Jahre. Datenhaltung und -strukturen ebenso. Nicht selten driften irgendwann Status Quo und Optimum auseinander. Alle wissen es, niemand traut sich, das anzugehen. Dabei gibt es einen smarten Weg: Wer sein bestehendes System erst versteht, aufräumt und neu sortiert, hat nicht nur weniger Stress bei beispielsweise einer Cloud-Migration, sondern gewinnt sofort und unabhängig davon.
Audit first. Dann alles andere.
In zahlreichen Projekten begegnen wir bei Logic Joe derselben Situation: Ein Unternehmen hat über die Jahre ein FirstSpirit-System aufgebaut. Es wurde erweitert, gepatcht, irgendwie am Laufen gehalten. Die Entwickler kennen die Quirks, die Redaktion hat Workarounds entwickelt, und irgendwo tief im System schlummern Bibliotheken, die seit Jahren kein Update mehr gesehen haben.
Das Ziel? Irgendwann in die Cloud. Oder ein neues Frontend. Oder mehr Märkte. Oder KI.
Das Problem? Wer migriert, ohne das System vorher fit zu machen, schleppt seine technischen Schulden einfach mit in die Cloud, ins neue Setup, in die Zukunft. Und zahlt dort weiter dafür.
Deshalb beginnt für uns jedes Projekt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Was ist wirklich da? Was davon ist cloud-tauglich? Was muss zuerst aufgeräumt werden?
Was steckt eigentlich hinter „technischen Schulden“?
Der Begriff klingt abstrakt, die Konsequenzen sind es nicht. Technische Schulden entstehen, wenn Systeme schnell gebaut, aber nicht sauber gepflegt werden. Wenn Anforderungen sich verändern, aber der Code nicht mitwächst. Jede ungeplante Erweiterung, jede schnelle Lösung, jede veraltete Bibliothek ist eine Investition auf Kredit: irgendwann muss sie zurückgezahlt werden, mit Zins.
Gartner schätzt, dass Unternehmen bis zu 40 % ihres IT-Budgets allein für die Wartung technischer Schulden aufwenden, statt in Innovation zu investieren. Eine McKinsey-Studie zeigt: Unternehmen mit niedrigem technischen Schuldenstand wachsen im Schnitt 20 % schneller als ihre schlechter aufgestellten Wettbewerber. Und wer technische Schulden systematisch abbaut, kann seinem Development-Team die Zeit zurückgeben, die es für echte Innovation braucht – laut McKinsey bis zu 50 % mehr Zeit für wertschöpfende Arbeit.
Das sind keine abstrakten Zahlen. Das ist Geschwindigkeit, die euch täglich fehlt. Entscheidungen, die ihr langsamer trefft. Features, die nicht kommen. Bugs, die euch Vertrauen kosten.
Refactoring ist kein Luxus – es ist Strategie
Viele Unternehmen behandeln Refactoring wie ein optionales Extra: schön, wenn es Zeit gibt, aber immer hintenangestellt. Das ist ein teurer Irrtum.
Beim Refactoring geht es nicht darum, alles neu zu bauen. Es geht darum, das Bestehende so umzustrukturieren, dass es wieder wartbar, erweiterbar und zukunftsfähig wird. Konkret heißt das: veraltete Bibliotheken ersetzen, redundante Codestrukturen bereinigen, Atomic-Design-Prinzipien konsequent umsetzen, eine saubere Pattern Library aufbauen, Infrastruktur aktualisieren.
Das Ergebnis ist kein neues System, aber eines, das sich wie eines anfühlt. Schneller. Stabiler. Erweiterbar.
Und es ist die Grundlage für alles andere: Cloud-Migration, Headless-Architektur, KI-Integration, neue Märkte. Sauber heute bedeutet KI-fähig morgen. Content-Qualität und saubere Strukturen sind keine nette Zugabe. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass KI-Werkzeuge überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können.
Ob Cloud oder nicht: Das Aufräumen lohnt sich so oder so
„Wir wissen noch nicht, ob wir wirklich in die Cloud wollen. Macht Refactoring dann überhaupt Sinn?“ Die Antwort ist eindeutig: Ja.
Wer in der Cloud landet, profitiert von einem sauberen, cloud-tauglichen System. Wer On-Prem bleibt, hat ein wartbareres, schnelleres und stabileres Setup. Wer später migriert, hat eine solide Basis statt eines Schuldenrucksacks. Und wer skalieren will: neue Marken, neue Märkte, neue Sprachen, der braucht eine Architektur, die Rollout statt Neubauprojekt ermöglicht.
Ein strukturiertes Refactoring schafft genau das: eine Basis, die nicht für übermorgen gebaut ist, sondern für das Übermorgen danach.
Wir übernehmen FirstSpirit-Systeme in jedem Zustand
Als FirstSpirit-Spezialist und Gold-Partner mit 15 Jahren Erfahrung kennen wir FirstSpirit-Implementierungen in allen Zuständen. Veraltete Module, gewachsene Architekturen, fehlende Dokumentation, Systeme ohne klaren Eigentümer: Wir haben es gesehen, und wir haben es wieder in den Griff bekommen.
Ob Systemübernahme, Bestandsaufnahme oder strukturiertes Refactoring: Logic Joe übernimmt FirstSpirit-Systeme jeglichen Zustands und macht sie fit für den Betrieb heute und die Anforderungen von morgen.
Zu unseren Referenzen zählen unter anderem:
- Witzenmann: FirstSpirit-Implementierung, als „FirstSpirit Quality Approved Project“ ausgezeichnet.
- All for One Group: Neues Corporate-Website-Projekt auf Basis von FirstSpirit in unter sechs Monaten.
- Blum: Erneuerung von über 70 Länder-Websites in 30 Sprachen auf der FirstSpirit DXP.
- VPV: Relaunch und laufende Maintenance auf Basis von FirstSpirit.
In allen diesen Projekten war der erste Schritt derselbe: verstehen, was wirklich da ist. Nicht migrieren, nicht relaunchen, sondern zuerst analysieren.
Ein bewährter Ansatz: MVP statt Big Bang
Was sich in der Praxis bewährt hat, ist ein stufenweises Vorgehen.
- Audit & Diagnose – Code, Architektur, Prozesse, Integrationen, Frontend, Deployment: alles auf den Prüfstand. Ehrlich, vollständig, ohne Schönfärberei.
- Refactoring & Aufbau – Bibliotheken bereinigen, Pattern Library aufbauen, Infrastruktur aktualisieren, Technologien reduzieren, zeitgemäße Versionen einsetzen.
- Erster produktiver Meilenstein – ein früher, sichtbarer Beweis, der Stakeholder überzeugt, Risiko reduziert und die Architekturentscheidungen verankert.
- Rollout & Skalierung – neue Marken, neue Märkte, neue Kanäle: Rollout statt Neubau.
Dieser Ansatz schafft nicht nur technische Qualität. Er schafft auch Vertrauen, weil früh Sichtbares entsteht, das Stakeholder abholt und den Weg nach oben sichtbar macht.
Fazit: Das nächste Relaunch muss nicht sein
Der teuerste Irrtum in der Digitalstrategie ist der Gedanke, man könnte ein schlechtes System durch ein neues ersetzen und dann ist alles gut. Die Realität sieht anders aus: Wer die Ursachen nicht kennt, reproduziert sie.
Was Unternehmen brauchen, ist keine neue Plattform. Sie brauchen eine Plattform, die sich weiterentwickelt ohne den nächsten großen Relaunch. Und das beginnt mit einem Audit. Mit Ehrlichkeit darüber, was da ist. Mit dem Mut, aufzuräumen, bevor man weiterbaut.
Wenn euer FirstSpirit-System in die Jahre gekommen ist – oder ihr gerade nicht sicher seid, was ihr wirklich habt kontaktiert uns Wir schauen’s uns an.
Quellen:
- McKinsey & Company: Demystifying digital dark matter: A new standard for managing technical debt (2022) – mckinsey.com
- Gartner: Optimize Costs and Value by Guiding Technical Debt Deferral – gartner.com
- Micromata: Refactoring: Wie Sie technische Schulden vermeiden – micromata.de